Zehn Tage sind das klassische Zeitfenster für eine erste Peru-Reise – genug Zeit, um Lima zu erkunden, sich in Cusco richtig zu akklimatisieren, Machu Picchu zu besuchen und am Ufer des Titicacasees zu stehen, ohne dass die Reise zur Hetzjagd wird.
Dieses Itinerar ist als praktische Rundreise ab und bis Lima konzipiert, folgt den natürlichen Verkehrskorridoren Südperus und berücksichtigt die Zeit, die Ihr Körper zur Höhenanpassung benötigt. Im Folgenden finden Sie den Tag-für-Tag-Plan, empfohlene Transportmittel zwischen den Zielen, ein ungefähres Budget, die beste Reisezeit sowie praktische Tipps, die den Unterschied zwischen einer entspannten und einer stressigen Reise ausmachen.
🗓️ Überblick der Reiseroute
Die Route führt Lima → Cusco → Heiliges Tal → Machu Picchu → Cusco → Puno → Lima, vollständig mit Inlandsflügen und Zug-/Busverbindungen. Sie priorisiert die zwei Ziele, die sich jeder Erstbesucher am meisten wünscht – Machu Picchu und den Titicacasee – und gibt Cusco genügend Tage zur sicheren Akklimatisierung vor dem Ausflug ins Heilige Tal.
Tag 1: Ankunft in Lima
Eingangstor · Pazifikküste · 0 m Höhe
Landen Sie in Lima und wohnen Sie in Miraflores oder Barranco, den beiden sichersten und am besten zu Fuß erkundbaren Stadtteilen für Besucher. Nutzen Sie den Nachmittag für einen Spaziergang auf dem Malecón über den Pazifikklippen und reservieren Sie den Abend für Limas gefeierte Gastroszene – die Stadt ist Südamerikas kulinarische Hauptstadt. Bei früher Ankunft passt eine halbtägige Tour durch das historische Zentrum (Plaza Mayor, Kathedrale, Katakomben von San Francisco) gut in den ersten Tag.
Tipp: Buchen Sie einen Flughafentransfer im Voraus, statt am Ankunftsbereich ein Taxi zu nehmen – sicherer und nur geringfügig teurer.
Tage 2–4: Cusco & das Heilige Tal
Inka-Hauptstadt · 3.400 m · UNESCO-Welterbe
Fliegen Sie nach Cusco (ca. 1 Std. 20 Min. ab Lima). Tag zwei sollte bewusst ruhig gehalten werden – ausruhen, Kokatee trinken, leicht essen und den Körper an die Höhe gewöhnen lassen. Tag drei eignet sich ideal für eine halbtägige Stadtrundfahrt: Kathedrale, Sacsayhuamán und Qorikancha, gefolgt von einem entspannten Abend auf der Plaza de Armas. Tag vier führt ins Heilige Tal: der Markt und die Ruinen von Pisac, die Salzpfannen von Maras, die Terrassen von Moray und die Festungsstadt Ollantaytambo, die auch als Zugabfahrtspunkt Richtung Machu Picchu dient.
Tipp: Kaufen Sie das Cusco Tourist Ticket (Boleto Turístico) bei der Ankunft – es deckt 16 Sehenswürdigkeiten inklusive Sacsayhuamán und mehrerer Ruinen im Heiligen Tal zu einem Festpreis ab.
Tag 5: Machu Picchu
Ikone · 2.430 m · UNESCO-Welterbe
Nehmen Sie den Frühzug von Ollantaytambo nach Aguas Calientes (ca. 1,5 Std.), dann den Shuttlebus zur Zitadelle (25 Min.). Machu Picchu liegt niedriger als Cusco, sodass die Höhe hier kein Thema mehr ist – wohl aber die Menschenmassen. Ein frühes Einlassticket (6–7 Uhr) verschafft Ihnen mindestens eine Stunde relative Ruhe vor den geschäftigsten Stunden. Planen Sie zwei bis drei Stunden mit einem Guide ein, der die Terrassen, Tempel und Wohnbereiche verständlich macht. Kehren Sie am selben Abend nach Cusco zurück oder übernachten Sie in Aguas Calientes, falls Ihr Zeitplan es erlaubt.
Tipp: Buchen Sie Machu-Picchu-Tickets und Ihren Zug in der Hochsaison (Mai–September) mindestens 4–6 Wochen im Voraus – beides ist häufig ausgebucht.
Tag 6: Cusco
Erholung & Erkundung · San Blas · Lokale Märkte
Nutzen Sie diesen Tag, um Cusco in ruhigerem Tempo zu erkunden: das Künstlerviertel San Blas, der Markt San Pedro für lokale Produkte und Mittagessen sowie eines der Museen, die Sie bisher ausgelassen haben (Museo Inka, Museo de Arte Precolombino). Dies ist auch ein sinnvoller Pufferten, falls die Machu-Picchu-Logistik länger dauerte, sowie ein guter Moment, um vor der Weiterreise nach Süden Alpaka-Strickwaren und andere Souvenirs einzukaufen.
Tipp: Der Markt San Pedro ist vor 10 Uhr am schönsten – und am wenigsten touristisch.
Tage 7–8: Puno & Titicacasee
Altiplano · 3.812 m · Höchster schiffbarer See der Welt
Fahren Sie mit dem Touristenbus von Cusco nach Puno (ca. 7 Std., mit lohnenswerten Stopps in Raqchi, am La-Raya-Pass und in Pukara). Tag sieben dient der Ankunft und Akklimatisierung – Puno liegt sogar höher als Cusco. An Tag acht führt ein Bootsausflug zu den schwimmenden Uros-Inseln aus Schilf und weiter zur Insel Taquile mit ihren jahrhundertealten Webtraditionen und einem einfachen Mittagessen am See. Reisende mit mehr Zeit können eine Übernachtung auf Amantaní anhängen – eine der authentischsten Kulturerfahrungen Perus.
Tipp: Nehmen Sie den Touristenbus statt des direkten Busses – die zusätzlichen Stopps entlang der Route lohnen die Mehrzeit.
Tage 9–10: Rückkehr nach Lima & Abschlussempfehlungen
Pazifikküste · Gastronomie · Abreise
Fliegen Sie von Juliaca (Punos Flughafen) zurück nach Lima, meist mit kurzer Umsteigeverbindung. Nutzen Sie Tag neun für das Larco-Museum, einen Kochkurs in Miraflores oder ein letztes herausragendes Essen – Limas Restaurantszene belohnt einen letzten kulinarischen Höhepunkt. Tag zehn ist Abreisetag: Der Flughafen Jorge Chávez liegt in Callao, ca. 45 Min. von Miraflores bei normalem Verkehr – planen Sie angesichts von Limas unberechenbarem Stau mindestens zwei Stunden Puffer ein.
Tipp: Halten Sie Ihren letzten Morgen flexibel – Verzögerungen von 60–90 Minuten zum Flughafen sind in Lima die Regel, keine Ausnahme.
🚌 Transport zwischen den Zielen
Lima → Cusco: Flug, 1 Std. 20 Min. (LATAM, Sky Airline, JetSmart). Cusco → Heiliges Tal: Privater Transfer oder Touristen-Shuttle, 1–1,5 Std. Ollantaytambo → Aguas Calientes: Zug (PeruRail oder Inca Rail), 1,5 Std. Cusco → Puno: Touristenbus mit Zwischenstopps, 7 Std. (oder Direktbus, 6 Std.). Puno/Juliaca → Lima: Flug, meist mit einem Zwischenstopp, insgesamt 2,5–4 Std.
💰 Ungefähres Budget
Budgetreisende: 55–75 USD/Tag (Hostels, lokale Busse, Menüs, Gruppentouren). Mittelklasse: 110–150 USD/Tag (komfortable Hotels, private Transfers, geführte Ausflüge). Premium: Ab 220 USD/Tag (Boutique-Hotels, private Guides, First-Class-Züge). Wichtige Fixkosten: Machu-Picchu-Eintritt (50–60 USD), Cusco Tourist Ticket (40 USD) und der Zug nach Aguas Calientes (50–140 USD Rückfahrt je nach Klasse).
📅 Beste Reisezeit
Die Trockenzeit (Mai bis Oktober) bietet die klarsten Andenhimmel und die zuverlässigsten Bedingungen für diese Route – Juni bis August ist Hochsaison, buchen Sie Machu Picchu und Cusco-Unterkünfte zwei bis drei Monate im Voraus. Die Regenzeit (November bis April) bringt Nachmittagsregen im Hochland, aber deutlich weniger Menschenmassen und niedrigere Preise; Januar und Februar sind die regenreichsten Monate, und der Inka-Trail schließt im Februar teilweise zur Instandhaltung.
💡 Praktische Tipps: Höhe, Geld, Sicherheit, Buchungen & Gepäck
Höhe: Cusco (3.400 m) und Puno (3.812 m) sind die beiden Punkte, an denen Höhenkrankheit am wahrscheinlichsten ist. Planen Sie an Tag eins jeweils einen ruhigen Ablauf, trinken Sie Kokatee, meiden Sie in den ersten 24 Stunden Alkohol und trinken Sie ausreichend Wasser. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Acetazolamid (Diamox), falls Sie zu Höhenkrankheit neigen.
Geld: Führen Sie peruanische Soles für den täglichen Bedarf mit sich – Geldautomaten sind in Lima, Cusco und Puno zuverlässig, aber außerhalb der Hauptorte selten. Die meisten Hotels und Reiseveranstalter akzeptieren Karten, kleine Restaurants und Taxis meist nicht.
Sicherheit: Peru ist für Touristen, die übliche Stadtvorsicht walten lassen, im Allgemeinen sicher – nutzen Sie registrierte Taxis oder Fahrdienst-Apps, verstauen Sie Wertsachen unauffällig und meiden Sie nachts alleine unbekannte Gegenden. Cusco und Puno sind ruhige Städte mit gut überwachten Touristenzonen.
Buchungen: Reservieren Sie Machu-Picchu-Tickets und Züge in der Hochsaison 4–6 Wochen im Voraus; Cusco-Hotels sollten während Juni–August ebenfalls früh gebucht werden. Bootsausflüge auf dem Titicacasee lassen sich meist ein bis zwei Tage im Voraus organisieren.
Gepäck: Rechnen Sie mit Temperaturschwankungen von über 20 °C zwischen Tag und Nacht in den Anden – eine warme Jacke, eine Regenjacke, Sonnenschutz und bequeme Wanderschuhe decken den Großteil dieser Route ab. Eine wiederverwendbare Wasserflasche und einfache Höhenmedikamente lohnen sich ebenfalls.
🔀 Varianten für mehr oder weniger Zeit
7 Tage: Puno und den Titicacasee streichen; ganz auf Lima, Cusco, das Heilige Tal und Machu Picchu konzentrieren. 14 Tage: Paracas, Huacachina und Arequipa mit dem Colca-Canyon vor Cusco ergänzen – siehe unsere 14-Tage-Peru-Rundreise. 21 Tage: Die Südküste, Arequipa und eine Amazonas-Erweiterung in Puerto Maldonado ergänzen – siehe unsere 21-Tage-Komplettroute.
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